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Jannis Rettig

„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“

Buy and Hold Strategie einfach erklärt – was Anleger beachten sollten (+ 5 Tipps)

Jannis Rettig

„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“

Buy and Hold? Das ist hier die Frage. Aber was steckt überhaupt hinter dieser Anlagestrategie?

Der Buy and Hold Ansatz funktioniert eigentlich ganz einfach: Sie kaufen Aktien an der Börse und danach tun Sie – gar nichts.

Das klingt jetzt natürlich sehr einfach: Gewinne einfahren, ohne dafür etwas zu tun? Ohne die Aktienkurse zu beobachten? Sie fragen sich vielleicht, wo bei dieser Strategie der Haken liegt. Bevor Sie sich ein Buy and Hold Portfolio zulegen, sollten Sie sich definitiv ausgiebig mit Analysen des Markts und dem Kursverlauf beschäftigen. Es ist ratsam, erst danach eine Auswahl zu treffen und das Investment zu tätigen.

Warum ist die Buy and Hold Strategie sinnvoll?

Die Gründe, aus denen sich Investoren für die Buy and Hold Strategie entscheiden, liegen relativ klar auf der Hand: Den Anlegern geht es nicht um das schnelle Geld, sondern sie erhoffen sich von dieser passiven Anlagestrategie eine sichere Investition, die auch in Krisenzeiten standhält. Ziel ist es, das eigene Vermögen über mehrere Jahrzehnte zu vermehren – mit möglichst hoher Rendite und möglichst geringem Verlust. Außerdem kann man relativ klare Voraussagen treffen, was Renditen betrifft. Die Anlagestrategie Buy and Hold kann demnach mit hoher Sicherheit punkten und und hat im Gegensatz zu anderen Strategien ein geringes Risiko.

Weitere Vorteile:

  • Der Erfolg ist wissenschaftlich belegt, d. h. Studien beweisen, dass die Strategie funktioniert!
  • Buy and Hold führt zu relativ geringen Schwankungen im Portfolio, was das Risiko minimiert.
  • Daher haben Sie als Investor weniger Stress und können sich auch in Krisen relativ entspannt zurücklehnen.
  • Außerdem sind die Kosten für das Depot und die Transaktionskosten oft nur gering, was für Sie mehr Rendite bedeutet.

Wir haben nun für Sie zusammengestellt, welche Überlegungen Sie vor der Wertpapierauswahl anstellen sollten, um langfristig erfolgreich passiv in Aktien zu investieren.

Aktienpaket diversifizieren

Mit einem breit gestreuten Portfolio können Sie den Erfolg Ihrer Geldanlagen maximieren. Sie müssen sich nicht um einzelne Aktien kümmern und auch nicht ständig über Kauf oder Verkaufen nachdenken. Wenn ein Unternehmen Konkurs anmeldet, ist nicht Ihr gesamtes in Aktien investiertes Vermögen verloren und Sie müssen sich ebenfalls keine großen Sorgen über Kursschwankungen am Aktienmarkt machen.

Passiven Indexfonds anlegen

Unser erster konkreter Tipp: Wenn Sie Ihr Portfolio diversifizieren möchten, sollten Sie einen passiven Indexfonds erwerben. Dies kann beispielsweise ein börsengehandelter Fonds (ETF) sein, d. h. ein an der Börse gehandelter Indexfonds. Ein ETF setzt sich aus einem breiten Portfolio an Aktien, Anleihen und anderen Anlageklassen, wie z. B. Rohstoffen, zusammen. Passiv bedeutet, dass das Aktienpaket an bestimmte Aktienkörbe, zum Beispiel den Deutschen Aktienindex (DAX), gebunden ist. Dieser verändert sich nicht. Ein aktives Management ist deshalb nicht nötig. Das lässt Sie Zeit und Kosten sparen.

Wussten Sie, dass viele Star Investoren das Kaufen und Halten befürworten?

Die Investoren Legende Warren Buffett hat dazu gesagt: “Our favorite stock holding period is forever.” Buy and Hold Investoren sind daher in erster Linie daran interessiert, so früh wie möglich ein solides Portfolio aufzubauen – um später umso mehr von den Erträgen profitieren zu können. Erweitern Sie Ihren Anlagehorizont und denken Sie an die ferne Zukunft!

Der einflussreiche amerikanische Ökonom und Investor Benjamin Graham wies bereits in den späten 1940er Jahren darauf hin, dass Anleger möglichst wenige Aktien erwerben und diese über viele Jahre halten sollten. Grahams Werk “The Intelligent Investor” wurde 1949 veröffentlicht und hat sich bis heute über eine Million Mal verkauft. Es gilt als die Investmentbibel überhaupt.

Clever in ETFs investieren

Buy and Hold bedeutet nicht, dass Sie sich auf die Suche nach irgendwelchen Aktien oder ETFs machen, diese kaufen und dann hoffen, dass der Versuch geklappt hat und Ihr Portfolio bald im Wert steigt. Sie erzielen definitiv die besten Ergebnisse, wenn Sie bei der Auswahl und Zusammenstellung des Aktienportfolios äußerst kritisch sind.

Es empfiehlt sich, ETFs mit möglichst vielen Titeln zu wählen. Außerdem sollten Anleger kleinvolumige Fonds besser meiden, da diese mitunter vor der Schließung stehen. Das in ETFs angelegte Geld bleibt im Idealfall mindestens 10 bis 15 Jahre lang unangetastet. Anleger sollten also immer finanzielle Reserven für Notfälle haben. Erwerben Sie nur ETFs, die auch von zuverlässigen Tests oder Quellen empfohlen werden.

Um noch mehr Sicherheit zu haben, können Sie außerdem ETFs wählen, die in Blue Chips – Aktien etablierter Großunternehmen – investieren. Einen Zinseszinseffekt können Sie erzielen, wenn Sie einen thesaurierenden Fonds wählen. Das bedeutet, dass die Gewinne nicht ausgeschüttet werden, sondern im Fonds verbleiben. Diese werden dann einfach reinvestiert.

Den richtigen Broker finden

Um ein Wertpapierdepot zu eröffnen und Zugang zu Aktien und börsengehandelten Fonds zu haben, benötigen Sie einen Broker für Ihre Anlagen. Sie sollten auf jeden Fall genügend Zeit investieren und sich ein umfassendes Bild von den Angeboten machen. Schließlich steht und fällt die Rendite oft mit den Transaktionskosten. Und dazu gehören auch die Kosten für den Broker.

Unser Tipp: ETFs können oft zu besonders günstigen Konditionen bei Direktbanken gehandelt werden. Es gibt auch durchaus gute Online-Broker. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass:

  • Sie Zugang zu möglichst vielen Aktien und ETFs haben.
  • Die Kontoeröffnungsgebühren niedrig sind.
  • Die Transaktionsgebühren im Rahmen bleiben.
  • Sie kostenlose Marktdaten erhalten (in Echtzeit, ohne Verzögerung und zusätzliche Kosten).

Die Anlagestrategie regelmäßig anpassen

Haben Sie schon einmal etwas von “Rebalancing” – zu deutsch “Anpassung” – gehört?

Auch wenn Ihre Buy and Hold Strategie ein Langzeit-Investment ist (ähnlich wie ein Immobilien Investment), sollten Sie jedes Jahr eine Anpassung vornehmen. Dazu empfiehlt es sich häufig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn wenn sich ein von Ihrem Portfolio abgedeckter Markt in einer Periode sehr gut entwickelt, wird die Portfolioallokation im Laufe der Zeit verzerrt. Wenn eine Aktie zu hoch gewichtet ist und dann abrupt an Wert verliert, erleiden Sie einen überproportionalen Verlust. Deshalb gehört zu jeder Buy and Hold Anlagestrategie auch eine regelmäßige Anpassung dazu.

Nicht auf Denkfehler hereinfallen

Unser fünfter und letzter Tipp: Fallen Sie nicht auf gängige Denkfehler herein, was die Buy and Hold Strategie betrifft.

Denkfehler #1: Kaufen und halten ist einfach.

Ist es nicht! Unterschätzen Sie nie die Komplexität des Aktienmarktes. Viele Faktoren beeinflussen die Entwicklung von Unternehmen und die Verlaufsform ihrer Aktienkurse. Es wäre verhängnisvoll zu denken, dass Buy and Hold bedeutet, dass man sich nicht so sehr mit der Performance von Unternehmen und dem, was in der Wirtschaft passiert, beschäftigen muss. Es stimmt natürlich, dass Sie als Buy and Hold Investor nicht jeden Tag Ihr Portfolio überprüfen und Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen müssen. Trotzdem müssen Sie verstehen, was Sie tun und wie Aktien und Unternehmen funktionieren.

Denkfehler #2: Buy and Hold ist nicht zeitintensiv.

Sie müssen sich sowohl vor der Investition in Ihr Portfolio als auch danach ausgiebig mit Aktien und dem Aktienmarkt beschäftigen. Selbst wenn Sie bereits viel Hintergrund-Wissen über die Märkte haben und sich eingehend mit Investments befasst haben, müssen Sie Ihr Wissen immer wieder auffrischen, auch weil Sie z. B. jährlich ein Rebalancing durchführen sollten.

Das führt uns bereits zum nächsten Denkfehler:

Denkfehler #3: Die zwischenzeitliche Entwicklung spielt keine Rolle.

Obwohl Sie einen langfristigen Anlagehorizont haben, sollten Sie Tiefs nicht ignorieren. Kaufen und Halten bedeutet nicht automatisch, dass man an schlechten Unternehmen festhält. Es bedeutet nur, dass Sie sich nicht von den Launen des Aktienmarktes zu irgendwelchen Entscheidungen drängen lassen. Wenn sich ein Unternehmen jedoch extrem schlecht entwickelt, ist es manchmal besser, die Wertpapiere zu verkaufen.

Denkfehler #4: Es wird keine Ausstiegsstrategie benötigt.

Setzen Sie sich auf jeden Fall ein Ziel, das Sie mir Ihrer Anlagestrategie Buy and Hold erreichen möchten. Legen Sie fest, wie viel Rendite Sie pro Jahr erzielen möchten und unter welchen Umständen Sie sich wieder von Aktien trennen und diese verkaufen würden. Idealerweise sollten Sie bereits einen Ausstiegsplan haben, auch wenn Sie das Buy and Hold Investment 15 bis 20 Jahre lang halten wollen.

Vor- und Nachteile von Buy and Hold

Sie sind überfordert von den ganzen Daten und Fakten? Wir haben Ihnen die Inhalte nun noch einmal übersichtlich in “pro and con” Buy and Hold aufgeteilt:

Vorteile

  • Geringer einmaliger Aufwand, da einfache Umsetzung mit ETFs.
  • Ebenfalls geringer laufender Aufwand, da nur Rebalancing sinnvoll.
  • Geringes Risiko, da eine Buy and Hold Strategie Ihnen hohe Sicherheit bietet.
  • Geeignet auch für Kleinanleger und ideal um langfristig ein Vermögen aufzubauen oder für das Alter vorzusorgen.

Nachteile

  • Sie benötigen Durchhaltevermögen, da Sie Kurseinbrüche aussitzen müssen.
  • Buy and Hold funktioniert nur mit soliden Aktien und großen/bekannten Indizes.
  • Falscher Ein- oder Ausstiegszeitpunkt (“Market Timing”): Hier kann eine umfassende Markt-Recherche hilfreich sein.

Eine gängige Alternative: ETF-Versicherung

Das zuvor beschriebene Depot eignet sich gerade für eine mittlere Frist von ca. 5-10 Jahren. Beabsichtigen Sie jedoch ein längerfristiges Halten & Besparen Ihres ETFs, eignet sich die Überlegung, ETFs im Versicherungsmantel zu halten.

Auf diese Weise erreichen Sie in Ihrer Anlagestrategie nicht nur eine erhebliche Diversifikation Ihres Portfolios, sondern erzielen als Anleger auch zusätzliche Steuervorteile, denn:

  • Gewinne, Zinsen & Dividenden werden ohne Steuerverluste zu 100% reinvestiert
  • Sie profitieren von Steuerfreiheit auf die Gewinne der Fonds während der Sparphase
  • Kostenlose Fondswechsel sind ebenfalls steuerfrei

Im Vergleich dazu unterliegen klassische Depot-Anlagen der vollen Abgeltungssteuer i.H.v. 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Ebenso müssen zufließende Zinsen, realisierte Gewinne durch Fondswechsel sowie etwaige Auszahlungen direkt versteuert werden – und schwächen somit den Zinszinseffekt erheblich.

Schließlich besteht die Gefahr, dass die Abgeltungssteuer in Zukunft abgeschafft wird und das Depot in der Folge zum individuell eingestuften Einkommenssteuersatz voll versteuert wird.

Fazit

Planen Sie langfristig und lassen Sie sich von Schwankungen an den Börsen nicht irritieren. Wenn Sie dies beherzigen, ist ein Buy and Hold Investment genau das Richtige für Sie. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, ist es ratsam, auf eine eher konservative Mischung von Wertpapieren zu setzen. Das heißt, am besten 50% risikoarme Anlagen und 50% Aktien mit einem etwas höheren Risiko. Die richtige Mischung und auch das Market Timing sind hier entscheidend. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen und rennen Sie keinen Trends hinterher. Wenn Sie einmal ein Portfolio zusammengestellt haben, üben Sie sich in Geduld und bleiben Sie bis zum Schluss dabei, auch wenn Sie kurzfristige Rückschläge hinnehmen müssen.

Für Fragen rund um die richtige Anlagestrategie für Ihre individuellen Vermögensverhältnisse sowie Zukunftsplanungen, nehmen Sie gerne direkt zu uns Kontakt auf. Das Rettig & Partner Konzept baut auf den Strategien des Private Bankings auf – und ist maßgeschneidert auf die Bedürfnisse sowie Umstände des Mittelstands.

FAQ

Was bedeutet “Buy and Hold”?

“Buy and Hold” (deutsch: “Kaufen und Halten”) ist eine Anlagestrategie. Wertpapiere werden einmal gekauft und dann langfristig im Portfolio gehalten. Ziel ist es, unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen eine nachhaltige Rendite zu erzielen.

Was hilft mir bei der Konstruktion meines Anlageportfolios?

Werfen Sie einen Blick auf die Portfoliotheorie nach Markowitz. Bis heute ist sie das Standardinstrument bei der Konstruktion von Anlageportfolios unter Investoren weltweit.

Was ist das Kurs Gewinn Verhältnis?

KGV = aktueller Aktienkurs/Gewinn je Aktie

Wer hat Buy and Hold erfunden?

Robert Kirby. Der amerikanische Vermögensverwalter gilt als einer der ersten Entdecker und Vertreter der Buy and Hold Strategie.

Welche Anbieter eignen sich bei Buy and Hold?

Um den richtigen Broker zu finden, also einen, der zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt, sollten Sie sich umfassend informieren. Dabei kommt es auch darauf an, ob Sie lieber in ETFs oder in Aktien investieren möchten.

Wer ist André Kostolany?

Von dem oft zitierten Investor André Kostolany stammt die berühmte Börsenweisheit: “Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.” Sie beschreibt im Wesentlichen die Anlagestrategie Buy and Hold.

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