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Jannis Rettig

„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“

Nachhaltig investieren mit Bedacht (ETFs, Aktien & Co.)

Jannis Rettig

„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“

Investieren ist im Moment hoch im Kurs. Man könnte fast sagen, dass es “in” ist. Immer mehr Anleger interessieren sich außerdem für das Thema nachhaltige Geldanlagen.

Ist es auch möglich, nach den eigenen Wertvorstellungen zu investieren und ethische Kriterien mit einzubeziehen?

Ein nachhaltiges Investment verspricht etwas, das sich viele Menschen wünschen: Die Geldanlage mit dem eigenen Gewissen zu vereinbaren.

Was ist ein nachhaltiges Investment?

Eine einheitliche, klare Definition, was genau eine nachhaltige Geldanlage ist, gibt es nicht.

Für manche Anleger bedeutet es, in die Umwelt oder Natur zu investieren. Das heißt, sie beteiligen sich beispielsweise an der Wiederaufforstung von Wäldern.

Auch in die Entwicklung von Großprojekten, wie z.B. Wind- oder Solarparks, wurde in den vergangenen Jahren immer mehr investiert.

Das Problem: Solche Investments sind risikoreich und für langfristige Investitionen oft nicht geeignet.

Es ist sinnvoller, über breit gestreute Aktienfonds in nachhaltig wirtschaftende Unternehmen zu investieren. Das Anlagerisiko wird auf diese Weise auf eine Vielzahl von Unternehmen und Branchen gestreut. Fondsanteile schützen außerdem davor, sich mit einer einzelnen Strategie zu verzetteln und so Verluste zu erleiden.

Nun werden Sie als Anleger sich womöglich fragen: “Schön und gut, aber wie finde ich die ‘Guten’ in einem Meer aus in Frage kommenden Unternehmen?”

Sie browsen sich vielleicht gerade durch den MSCI World Index und möchten Ihre persönlichen Ziele mit cleveren Anlagestrategien kombinieren.

Unser Tipp: Ziehen Sie nur Investmentfonds in Betracht, die von vornherein Unternehmen ausschließen, die in umstrittenen Branchen tätig sind. Zum Beispiel solche, die Alkohol oder Tabak, Kriegswaffen oder gentechnisch veränderte Lebensmittel herstellen.

Außerdem gibt es Aktien Indexfonds, die nur die besten Unternehmen einer Branche in Ihren Fonds aufnehmen. Das wäre zum Beispiel das Beste der in Niedriglohnländern produzierenden Textilunternehmen oder die Investmentbank, die am besten mit den Mitarbeitern umgeht und die Boni des Managements im Zaum hält.

Dabei ist es gar nicht einfach, wirklich nachhaltige Unternehmen zu identifizieren.

Sie sind von dem unüberschaubaren Angebot am Markt überfordert?

Keine Angst, hier kommen die sogenannten ESG Kriterien ins Spiel.

Nachhaltigkeit bei Finanzprodukten mit ESG Kriterien

Nachhaltig investieren - ESG

Die Abkürzung ESG steht für environment, social and governance. Also zu deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Es gibt spezielle Forschungsinstitute, die die Unternehmen nach bestimmten ökologischen und gesellschaftspolitischen (sozialen) Kriterien sowie nach Kriterien der Unternehmensführung bewerten.

Die ESG Kriterien umfassen also ein Bündel an Eigenschaften, die ein Unternehmen, ein Fonds oder eine andere Anlage haben muss, um als nachhaltig zu gelten und wirklich etwas dazu beizutragen, die Welt besser zu machen und mehr auf Umweltschutz oder Menschenrechte zu achten.

Konkret umfasst das “E”-Kriterium (Environmental) Merkmale wie – unter anderem – den Umgang mit dem Klimawandel und mögliche Gegenstrategien, den verantwortungsvollen Umgang mit Energie sowie ein umweltfreundliches und energieeffizientes Gebäudemanagement.

Das “S”-Kriterium (Social) überprüft, ob die Arbeitnehmer gut behandelt und fair bezahlt werden, ob Regeln zur Gesundheit und Sicherheit der Menschen eingehalten werden und ob das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit von dem jeweiligen Unternehmen beachtet wird.

Das “G”-Kriterium (Governance) stellt vor allem Transparenz und Fairness in den Vordergrund: Werden gezielte Maßnahmen gegen Korruption vorgenommen? Gibt es einen verantwortungsvollen und korrekten Umgang mit dem Thema Steuern? Gibt es klare Richtlinien zum Thema Geld und Vergütung?

Die ESG Kriterien erleichtern daher Anlegern die Suche nach geeigneten Anlagestrategien und den Einstieg in das Thema Nachhaltigkeit bei der Auswahl von ETFs.

Welche nachhaltigen Anlageformen gibt es?

Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit für Privatanleger, ethische Standards bei der Geldanlage zu berücksichtigen, sind sogenannte Indexfonds (ETFs), die nachhaltig orientierte Aktienindizes abbilden.

Nachhaltige Indizes

Der MSCI World SRI Index beispielsweise ist ein nachhaltiger Index, den Sie bei der ETF Auswahl in Betracht ziehen können.

Dieser Index – ausgeschrieben: MSCI World Socially Responsible Index – bündelt die rund 400 Unternehmen mit dem höchsten ESG Ranking aus 23 Industrieländern. Die Basis dieser Analyse ist der normale MSCI World Index, der rund 1600 Unternehmen umfasst. Der SRI ist also eine Auswahl aus dieser größeren Gruppe.

Neben einem guten Rating haben die Unternehmen, die im Index landen, auch ein Gewicht an der Börse. MSCI schreibt vor, dass die Aktien im SRI 25 Prozent des Börsenwerts des klassischen Index ausmachen müssen. Umstrittene Branchen sind von vornherein ausgeschlossen: Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Waffen, Atomkraft, Pornografie, Gentechnik. Der Anteil der US-Aktien lag Ende September 2020 bei rund 63 Prozent und damit etwas niedriger als im normalen MSCI World Index.

Nachhaltige Investments können Sie ebenfalls mit dem Dow Jones Sustainability Index World Enlarged tätigen.

Dieser Index vereint rund 550 der nachhaltigsten Unternehmen der Welt, einschließlich der Schwellenländer. Die Auswahl basiert auf einem umfangreichen Fragebogen, der mehr als 100 Seiten Nachhaltigkeitskriterien umfasst. Analysten bewerten und gewichten diese Kriterien und kommen so zu einem Nachhaltigkeitsscore. Von den nachhaltigsten Unternehmen werden in jeder Branche die 20 Prozent in den Index aufgenommen, die an der Börse am meisten wert sind.

Die große Bedeutung beider Indizes: Umstrittene Branchen werden ausgeschlossen und es werden nur Unternehmen aufgenommen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, für die Klimaschutz eine große Rolle spielt und die nachhaltige Werte vertreten.

Wie erkenne ich nachhaltige Anlagen?

Egal, ob Sie ein grünes Wertpapierdepot anlegen möchten, Ihr Geld generell in Wertpapiere oder Ökofonds stecken möchten oder sich für Anleihen interessieren: Für Sie als Anleger ist es sehr wichtig, nachhaltige Kapitalanlagen zu erkennen.

Sehr gute Informationen erhalten Sie im Vorfeld auf speziellen Websites, die Ihnen einen umfassenden Überblick über das Thema nachhaltiges Investieren geben. Da sich immer mehr Menschen für solche Inhalte interessieren, gibt es die eine oder andere Seite, die Ihnen umfassende Infos über nachhaltige Geldanlagen liefert.

Natürlich ist auch die Frage der Rendite nicht unwichtig, im besten Fall wollen Sie Ihr Geld vermehren und gleichzeitig mit gutem Gewissen ein Vermögen aufbauen.

Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten?

Unser Tipp: Nutzen Sie das Ausschlussprinzip.

Entscheiden Sie selbst, in welche Branchen Sie Ihr Kapital auf keinen Fall investieren wollen. Überlegen Sie dann, welche nachhaltigen Unternehmen ein vielversprechendes Geschäftsmodell haben und auch nachhaltig wirtschaften.

Eine Aktienanlage ist risikoreicher als eine Anlage in einen breit aufgestellten Fonds oder Index. Deshalb sollten Sie Ihre Recherche eventuell vor allem auf nachhaltige ETFs und Invest­ment­fonds kon­zentrieren.

Folgende Kriterien können Ihnen als Anleger helfen, in geeignete nachhaltige ETFs zu investieren:

  1. Ein ETF muss seit mindestens fünf Jahren auf dem Markt sein, denn nur so kann die Qualität seiner Wertentwicklung gegenüber dem Vergleichsindex beurteilt werden.
  2. Der ETF muss mindestens 100 Millionen Euro an Anlegergeldern eingesammelt haben. Erst ab einer solchen Größe ist der ETF rentabel und Sie müssen nicht befürchten, dass die Fondsgesellschaft den ETF in naher Zukunft auflöst.
  3. Die Website des ETF Anbieters muss in deutscher Sprache verfügbar sein, denn Sie sollten alle Informationen über den Fonds lesen und problemlos verstehen können.

Neben dem Ausschluss, also der negativen Selektion, gibt es noch die Möglichkeit, nach dem Best in Class Ansatz zu handeln. Das bedeutet, nur die besten Unternehmen haben eine Chance, berücksichtigt zu werden.

Ausschluss vs. Best in Class

Das Best in Class Prinzip ist eine der bekanntesten Strategien zum Filtern von nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen.

Aus jeder Branche werden das oder die Unternehmen herausgefiltert, die bei der Umsetzung der ESG Kriterien führend sind.

Vorteile des Best in Class Ansatzes:

Es werden nicht nur die Big Player der Branche bewertet, sondern auch kleinere Unternehmen haben hier eine Chance, sich zu behaupten. Diese breite Streuung wiederum soll die Volatilität der Fondskurse minimieren und sie damit für langfristige Investitionen interessant machen.

Best in Class kann daher eine Möglichkeit bieten, konventionelle Investoren an nachhaltige Investments heranzuführen und diesen aus ihrem Nischendasein herauszuhelfen.

Nachteile des Best in Class Ansatzes:

Der wohl stärkste Kritikpunkt ist, dass es keine Ausschlusskriterien für bestimmte Branchen gibt. Das heißt, auch dementsprechend bewertete Fonds können können in Ihrem Portfolio Unternehmen aufweisen, die aus einer ökologisch oder auch ethnisch bedenklichen Branche stammen.

Aus diesem Grund wird von den meisten Fondsgesellschaften das Ausschlussprinzip praktiziert.

Grundsätzlich ausgeschlossen werden z.B. Investitionen in Atomkraft, Rüstung, Waffensysteme und fossile Energieträger. Ebenso werden Branchen gemieden, bei denen der Verdacht besteht, dass sie fragwürdige Märkte unterstützen. Dazu gehören beispielsweise Investitionen, die zur Verletzung von Menschenrechten oder zur Zerstörung des Ökosystems beitragen könnten. Nachhaltige Fonds investieren nicht in die folgenden Branchen:

  • Atomkraftwerke
  • Waffen
  • Rüstung
  • Verletzung der Menschenrechte (z.B. Kinderarbeit)
  • Fossile Brennstoffe
  • Umstrittene Landwirtschaft (z.B. industrielle Tierhaltung & Einsatz von Pestiziden)
  • Zerstörung von Ökosystemen

FAQ

Zum Abschluss haben wir die wichtigsten Punkte für Sie noch einmal kurz und knackig zusammengefasst:

Wie investiere ich nachhaltig?

Sie können nachhaltig investieren, wenn Sie Ihr Kapital in ETFs – also an der Börse gehandelte Indexfonds – anlegen. Auch über nachhaltige Investmentfonds oder Aktien können Sie ein Vermögen aufbauen und gleichzeitig wichtige Kriterien beachten, die Ihre persönlichen Werte mit der Geldanlage vereinen.

Welche Aktie ist nachhaltig?

Batterieaktien aus dem Bereich der Elektromobilität sind hier eine gute Wahl. Das wohl bekannteste Beispiel ist das US-Unternehmen Tesla. Ein weiteres interessantes Unternehmen aus diesem Segment ist der kanadische Hersteller von Brennstoffzellen BALLARD Power Systems. Zusätzliche Tipps: Die SunPower-Aktie, Vestas Wind Systems, UmweltBank und Energy Recovery.

Welcher ETF ist nachhaltig?

Die ETFs der Marke UBS sind empfehlenswert, wenn Sie nachhaltig investieren möchten. Auch der ETF der Marke iShares (von BlackRock) bietet sich für eine nachhaltige Geldanlage an.

Was bedeutet nachhaltig Investieren?

Nachhaltiges Investment bedeutet, dass das angelegte Geld so investiert wird, dass die Bedürfnisse von heute erfüllt werden, ohne die Ressourcen zukünftiger Generationen zu gefährden.

Wofür steht ESG?

ESG bezieht sich auf die Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien. Während traditionelle Anlagen nach den ökonomischen Kriterien Rentabilität, Liquidität und Risiko bewertet werden, werden nachhaltige Anlagen anhand der Erfüllung von ESG Kriterien bewertet.

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